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Jeder kennt den Effekt: Im Sommer schlägt sich Feuchtigkeit an einem kalten Glas nieder, beim Kochen beschlagen die Scheiben. Die Ursache ist jedes Mal dieselbe – warme, feuchtigkeitsgesättigte Luft trifft auf eine kalte Oberfläche, und die Feuchtigkeit schlägt sich als Kondensat nieder.
In bewohnten Räumen entsteht durch Duschen, Baden, Kochen und sogar durch das Atmen eine nicht zu unterschätzende Menge Wasserdampf. Der heutige Baustandard sorgt zudem für sehr dichte Gebäudehüllen, aus denen der Wasserdampf nicht entweichen kann.
Hinzu kommen jedes Jahr enorme Bauschäden durch Wasserschäden an Gebäuden – im Neubau ebenso wie bei Sanierungen und Umbauten, häufig durch nicht fachgerecht ausgeführte Arbeiten.
Wann Kondensat entsteht
Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit kondensiert an kalten Oberflächen – meist an den Außenwänden. Die so entstehende Feuchtigkeit begünstigt das Wachstum von Schimmelsporen, aber auch von Hausstaubmilben.
Kondensat tritt auf, sobald die Wandoberfläche kälter ist als die sogenannte Taupunkttemperatur. Dieser Wert wird aus Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit berechnet.
Selbst messen: Das brauchen Sie
- 1Ein handelsübliches Thermometer für die Lufttemperatur
- 2Ein Hygrometer für die relative Luftfeuchtigkeit
- 3Ein Oberflächenthermometer (Laser) für die Bauteiltemperatur
Ein Rechenbeispiel
Eine Taupunkttabelle zeigt, ab welcher Oberflächentemperatur der Außenwände (gemessen an der Innenseite) Tauwasser entsteht – abhängig von Lufttemperatur und relativer Luftfeuchtigkeit. Bei 20 °C Raumluft und 70 % relativer Luftfeuchte fällt an nicht saugenden Oberflächen unter etwa 14,4 °C Tauwasser an, was die Schimmelbildung begünstigt.
So reduzieren Sie Kondensat
- Luftfeuchtigkeit senken, z. B. durch sinnvolles Lüften
- Bauteiltemperatur erhöhen, z. B. durch geeignete Dämmmaßnahmen
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Über den Autor
Hans Postl
Bausachverständiger, Baubiologe & Immobilienexperte
Seit über 30 Jahren am Bau – unabhängig von Baufirmen und Herstellern. Ich prüfe, messe und bewerte neutral und sage Ihnen klar, was zu tun ist.
- Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (VfB zertifiziert)
- Schimmelpilz-Sachverständiger (TÜV SÜD zertifiziert)
- Baubiologe (IBN) · Mitglied im Verband Baubiologie
- SiGeKo (Bay. Architektenkammer zertifiziert)
- Immobilienmakler (DIN EN 15733, § 34c GewO) · Mitglied im IVD



