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Schimmel

Schimmelbefall richtig bewerten: Größe, verdeckte Schäden und Schimmelarten

Wie schwer ist ein Befall wirklich? Ausdehnung, Tiefe, verdeckte Schäden und die Art des Pilzes entscheiden – und nur eine sachverständige Untersuchung bringt Gewissheit.

Hans PostlHans PostlBausachverständiger, Baubiologe & Immobilienexperte1 Min. Lesezeit
Helles Schlafzimmer mit Pflanzen
Inhalt
  1. 01Die drei Kategorien nach Ausdehnung
  2. 02Verdacht auf verdeckten Schaden
  3. 03Nicht jeder Schimmel ist gleich

Die drei Kategorien nach Ausdehnung

Bei sichtbarem Befall ordnet man die Schwere vor allem nach seiner Ausdehnung ein. Das Umweltbundesamt und das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg teilen sichtbare Schäden pragmatisch in drei Kategorien ein:

  • Kleiner als 20 cm²: kleiner bzw. sehr kleiner Befall
  • Größer als 20 cm², aber kleiner als 0,5 m²: mittlerer Befall, mittelfristig zu sanieren
  • Größer als 0,5 m²: großer Befall, kurzfristig zu sanieren

Diese Einteilung ist mit Sachverstand anzuwenden. Die Schwere hängt unter anderem davon ab, ob der Befall nur oberflächlich ist oder aus der Tiefe kommt. Zu beachten sind vor allem der Gesundheitszustand der Betroffenen und die Art der vorliegenden Schimmelpilze.

Verdacht auf verdeckten Schaden

Sprechen Indizien wie durchfeuchtete Baumaterialien, ein charakteristischer Geruch oder gesundheitliche Beschwerden der Bewohner für einen verdeckten Schimmelschaden, muss geklärt werden, ob dieser wahrscheinlich ist.

Dazu eignen sich unter anderem Luftkeim- oder Partikelsammlungen. Dabei wird die Schimmelpilzkonzentration der Innenluft mit der Außenluft verglichen. Treten bestimmte Pilze innen in erhöhter Konzentration auf, verstärkt das den Verdacht – beweist ihn aber nicht.

Nicht jeder Schimmel ist gleich

Man geht von über einer Million Schimmelpilzarten aus. In Innenräumen treten etwa 150 bis 200 Arten auf: Einige stammen aus der Außenluft, andere von verderbenden Lebensmitteln, wieder andere aus befallenen Baumaterialien. Für eine sachverständige Beurteilung muss man wissen, mit welchen Ursachen und Quellen eine bestimmte Art zusammenhängt.

Auch gesundheitlich sind die Arten unterschiedlich zu bewerten:

  • Hohes allergenes Potenzial: Alternaria alternata, Cladosporium herbarum, Aspergillus fumigatus, Penicillium chrysogenum (notatum)
  • Hohes infektiöses Potenzial: Aspergillus fumigatus
  • Bekannte Toxinbildner: Aspergillus fumigatus, Aspergillus flavus und Stachybotrys chartarum

Der sachgerechten Unterscheidung kommt deshalb ein hoher Stellenwert zu – sie ist die Grundlage für jedes Sanierungskonzept.

Weiterführende Literatur

Hans Postl

Über den Autor

Hans Postl

Bausachverständiger, Baubiologe & Immobilienexperte

Seit über 30 Jahren am Bau – unabhängig von Baufirmen und Herstellern. Ich prüfe, messe und bewerte neutral und sage Ihnen klar, was zu tun ist.

  • Sachverständiger für Schäden an Gebäuden (VfB zertifiziert)
  • Schimmelpilz-Sachverständiger (TÜV SÜD zertifiziert)
  • Baubiologe (IBN) · Mitglied im Verband Baubiologie
  • SiGeKo (Bay. Architektenkammer zertifiziert)
  • Immobilienmakler (DIN EN 15733, § 34c GewO) · Mitglied im IVD

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